10. September, 2009:

Einer von zehn britischen Soldaten schwer hörgeschädigt 

Viele britische Veteranen kommen aus Afghanistan mit einem permanenten Hörschaden zurück. Ursache sind die Lautstärken im Gefecht.

Sprengsätze am Straßenrand in Afghanistan, Nahkampfbeschuss mit den Taliban und Bombardierungen aus der Luft: das alles ist ohne Zweifel lebensgefährlich. Aber neben dem Leben als solches ist auch der Hörsinn gefährdet. Der Lärm im Einsatz kann das Trommelfell zerstören, Tinnitus verursachen oder gar zu vollständiger Taubheit führen.

Fast jeder zehnte britische Soldat ist so sehr schwerhörig, dass er nicht mehr den Dienst an der Front ausführen kann. Die Möglichkeiten der Betroffenen, einen Job im zivilen Leben zu finden, sind ebenfalls eingeschränkt.

Klagen und Wiedergutmachungen

Das britische Verteidigungsministerium steht einer wachsenden Anzahl von Forderungen aufgrund von Gehörschäden gegenüber. 1.195 Klagen wurden in den vergangenen drei Jahren diesbezüglich eingereicht. Aufgrund der drastischen Situation wird mit einer Steigung der Wiedergutmachungsforderungen, sowohl bei minimalem sonsorineuralem Hörverlust, als auch bei totaler Taubheit, gerechnet.

Gehörschutz-Kampagne

Das Thema Gehörschutz ist für die Truppen nicht unbekannt, dennoch ist die Verwendung von Gehörschutz laut der Sicherheitsbestimmungen im britischen Militär nur in Helikoptern obligatorisch. Aufgrund er wachsenden Dringlichkeit hat das RNID (Royal National Institute for Deaf People) eine Aufklärungskampagne ins Leben gerufen, um die Wichtigkeit von Gehörschutz für die Gesundheit in der britischen Armee zu verdeutlichen.

Quelle: www.timesonline.co.uk